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Im Dohren

Rubrik:Wander-Touren, Kurzwanderung
Länge:0,63 km
Dauer:60 Minuten
Schwierigkeit:Für die ganze Familie geeignet.
Barrierefreiheit:Die Tour ist nicht barrierefrei.
Anfahrt:Das Waldgebiet „Im Dohren“ liegt an der Dohrenstraße, die Grundoldendorf und Bliedersdorf direkt verbindet. Von der Kreuzung L 130 (Apensen-Nottensdorf) / K 26 (Neukloster-Harsefeld) in Grundoldendorf aus geht es zunächst auf der K 26 in Richtung Harsefeld. Die Dohrenstraße ist die erste Abzweigung rechts. Das Waldstück liegt ungefähr 250 Meter von der K 26 entfernt oberhalb von Grundoldendorf.
Dezimalkoordinaten: 53.470443 N 9.588716 E
Kontakt:www.oeflag.de (Ökologische Fledermaus-AG)

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Informationen zur Tour

Alter Buchenwald, der wie eine Insel in der Landschaft liegt. Die Steingräber von Grundoldendorf sind älter als die Pyramiden. Fledermauslebensraum.

Steingräber in Grundoldendorf

Steingräber in Grundoldendorf

 

Einen kleinen, aber sehr geheimnisvollen Wald besuchen wir am besten in der Dämmerung eines milden Sommerabends. Er liegt auf einem Hügel zwischen Bliedersdorf und Grundoldendorf. Schon von weitem sind seine mächtigen Buchen zu sehen. Einige sind über 250 Jahre alt und stammen aus einer Zeit, als Norddeutschland durch Verwüstung der Wälder eine weite, waldarme Heidelandschaft geworden war. Aber warum ließen die Menschen ausgerechnet „Im Dohren“ die Bäume stehen? Vielleicht haben auch sie die magische Ausstrahlung dieses Fleckchens Erde erlebt, das heute noch auf uns wirkt.

 

Wer dieses Wäldchen besucht, glaubt in eine große Säulenhalle einzutreten, die von einem Blätterdach überdeckt ist. Angenehm kühl ist es hier selbst an heißen Sommertagen. Bei Sturm aber knackt und rauscht es unheimlich in dieser Halle aus Stämmen und Ästen. Erst wer die „Halle aus Bäumen“ betritt, entdeckt die beeindruckenden Gebilde, die Menschen vor Tausenden von Jahren geschaffen haben. Steinzeitmenschen haben hier ihre Verstorbenen in Steinkammern bestattet. Die Einfassungen der vier großen „Hünenbetten“ sind noch weitgehend erhalten. Das erste Hünenbett ist mit 51 Metern das längste. Seine Einfassung besteht aus 75 Findlingen. Mit 5500 Jahren sind die Hünengräber älter als die als die großen Pyramiden im ägyptischen Gizeh oder die Steinkreise im englischen Stonehenge.

 

Wenn die Sonne über dieser vorgeschichtlichen Totenstatt untergeht, können wir an milden Sommerabenden Fledermäuse beobachten. Obwohl der Wald „Im Dohren“ mit 6,5 Hektar nur so groß wie acht Fußballfelder ist, haben Spezialisten hier fünf Fledermausarten nachgewiesen. Das sind ebenso viele Arten wie in der gesamten Stadt Stade leben. Kleine Wälder wie „Im Dohren“ dienen wandernden Fledermäusen als Rastplatz. Sogar Wasserfledermäuse, die ihre Beute über Teichen fangen, sind „Im Dohren“ beobachtet worden, obwohl es hier keinen Teich gibt.

 

Der alten Buchenwald „Im Dohren“ liegt in einem Landschaftsschutzgebiet von rund 50 Hektar Größe. Der Landkreis Stade als Naturschutzbehörde achtet darauf, dass der Altholzbestand und auch tote Stämme als Lebensraum für verschiedene Tierarten erhalten bleiben.

 

 

 

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